Warum sollten Rest- und Abfallstoffe für die Herstellung von Konsumgütern verwendet werden?

Die Vorteile der Verwendung von Rest- und Abfallstoffen liegen darin, dass diese derzeit nicht genutzt und somit zu kostengünstigen Preisen verfügbar sind. Zudem bieten sie den Zugriff auf Biomasse ohne dass Nahrungs- oder Futtermittel verwendet werden müssen. Nicht zuletzt ist die Nutzung von Rest- und Abfallstoffen ressourceneffizient und umweltfreundlich.

Welche Rohstoffe möchte das Netzwerk „Waste2Value“ nutzen?

Das Kooperationsnetzwerk „Waste2Value“ möchte Reststoff- und Abfallströme aus der Forst- und Landwirtschaft, der verarbeitenden Lebensmittelbranche oder der Holz- und Papierindustrie nutzen. Beispiele für Reststoffe sind in der Mühlenindustrie anfallende Nebenprodukte wie Spelzen, bei Obst-verarbeitenden Industrien anfallende Obstkerne oder bei der Papierherstellung anfallende Stoffe wie Lignin, Cellulose oder Terpene.

Welche Produkte sollen im Netzwerk „Waste2Value“ entstehen?

Als Produkte strebt das Kooperationsnetzwerk „Waste2Value“ Basis- und Spezialchemikalien an, die wiederum für die Herstellung von innovativen Produkten vorwiegend aus dem Bereich der Schmiermittelindustrie, der Kosmetikindustrie, der Farbstoffindustrie oder der Kunststoffindustrie. Das Netzwerk arbeitet daran, die Anwendungsfelder für die im Netzwerk entwickelten Produkte und Verfahren zu erweitern.

Was sind sekundäre Pflanzenstoffe?

Sekundäre Pflanzenstoffe sind chemische Verbindungen, die keine Funktion im Primärstoffwechsel einer Pflanze besitzen und für diese nicht lebensnotwendig sind. Trotzdem sind diese Verbindungen für das Überleben der Pflanze von Bedeutung. So dienen sie beispielsweise der Abwehr von Fraßfeinden sowie zum Schutz vor Krankheitserregern. Beispiele für sekundäre Pflanzenstoffe sind phenolische Verbindungen, Isoprenoide wie Terpene, Alkaloide wie Koffein oder Saponine.

Was sind biobasierte Produkte?

Biobasierte Produkte sind Produkte, die aus Biomasse hergestellt sind. Im Kooperationsnetzwerk „Waste2Value“ werden für die Herstellung von biobasierten Produkten keine Nahrungs- oder Futtermittel verwendet sondern ausschließlich Rest- und Abfallstoffe.

Warum schonen biobasierte Produkte Ressourcen und die Umwelt?

Die biobasierten Produkte des Netzwerkes sind ressourcenschonend, da sie aus nachwachsenden Rohstoffen und nicht aus fossilen bzw. endlichen Rohstoffen hergestellt werden. Zudem haben sie das Potential, CO2-neutral produziert zu werden, da sie aus Rohstoffen bestehen, die im Laufe des  Wachstums der Pflanze so viel atmosphärisches CO2 gebunden haben, wie sie bei der Entsorgung und/oder Verbrennung der Produkte emittieren.

Was ist die „Tank-Teller-Diskussion“?

Der Begriff „Tank-Teller-Diskussion“ weist auf die Konkurrenz der Nutzung landwirtschaftlicher Anbauflächen zwischen Energiepflanzen („Tank“) und Nahrungsmittelpflanzen („Teller“) und deren ethische Problematik hin. Die Rohstoffe des Kooperationsnetzwerkes „Waste2Value“ sind in keiner Weise von dieser Diskussion betroffen, da ausschließlich ohnehin anfallende Rest- und Abfallstoffe verwendet werden, für die keine zusätzliche Flächennutzung nötig ist und die keine Verwendung in der Nahrungs- oder Futtermittelindustrie finden.

Was ist der Unterschied zwischen stofflicher und energetischer Nutzung der Reststoffe?

Eine energetische Nutzung von Biomasse liegt beispielsweise in der Verwendung als Biokraftstoff oder im Verbrennen, während bei der stofflichen Nutzung die Biomasse als Rohstoff für die Herstellung von Waren verwendet wird. Das Kooperationsnetzwerk „Waste2Value“ strebt primär die stoffliche Nutzung der Reststoffe, aber auch die Herstellung von hochwertigen Biokraftstoffen an. Vorzugsweise sollen die Produkte aber erst nach der stofflichen Nutzung (und ggf. mehrfachem Recycling) im Sinne einer Kaskadennutzung einer thermischen Verwertung zugeführt werden.

Was ist Bioökonomie?

Unter Bioökonomie versteht man das Konzept einer nachhaltigen und biobasierten Wirtschaft, die angesichts knapper Ressourcen und einer wachsenden Weltbevölkerung die Menschen nicht nur ausreichend und gesund ernährt, sondern auch mit hochwertigen Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen versorgt. Es ist erklärtes Ziel der Bundesregierung mit der „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie2030“ die Grundlagen für eine solche biobasierte Wirtschaft zu legen.

 

 

 

Headerbild (Laub): © Matthias Kirschenstein/pixelio.de